Joseph Schmitt-Preis

Der Internationale Bauorden (IBO) verleiht den

Joseph Schmitt-Preis
für deutschsprachige Examensarbeiten

in den Bereichen
Internationale Jugendarbeit – Internationale Freiwilligendienste – Jugendreisen – Jugend und Europa.

Der Preis erinnert an den 1998 verstorbenen Fuldaer Rechtsanwalt Joseph Schmitt, der sich langjährig in der Internationalen Jugendarbeit engagierte. Mit dem „Joseph Schmitt- Preis“ sollen insbesondere Arbeiten ausgezeichnet werden, die

  • neue Perspektiven für die Internationale Jugendarbeit/Internationale Freiwilligenarbeit eröffnen,
  • Beispiele gelungenen Austauschs/internationaler Begegnung darstellen und reflektieren,
  • einen Beitrag zur Verknüpfung von wissenschaftlicher Theorie und Praxis leisten.

Es können Abschlussarbeiten (FH/Uni) aus allen Fachbereichen eingereicht werden. Neben Arbeiten mit pädagogischen Themen sind auch Fragestellungen aus den Bereichen Finanzierung, Öffentlichkeitsarbeit etc. möglich und erwünscht.

Über die Vergabe der Preise entscheidet eine Jury, die aus Vertretern von Forschung und Praxis der Internationalen Jugendarbeit besteht.

Auskünfte sowie Informationen zum „Joseph Schmitt-Preis“:
Internationaler Bauorden, Schützenstraße 1, 67061 Ludwigshafen; Tel. 0621-63554946; e-Mail: info[at]bauorden.de

  • Aktuelle Ausschreibung
  • Joseph Schmitt
  • Die Jury
  • Die PreisträgerInnen
  • Die Arbeiten

Der Internationale Bauorden verleiht im Oktober 2018 zum siebten Mal den

für eine Abschlussarbeit (Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Masterarbeit, etc.) zu den Themen

Internationale Jugendarbeit, Internationale Freiwilligendienste, Jugendreisen, Jugend und Europa.

Der Preis ist mit 1.000.- Euro dotiert.

Ein weiterer Förderpreis (500.- Euro) kann zusätzlich zum Hauptpreis verliehen werden. Der Preis erinnert an den 1998 verstorbenen Rechtsanwalt und Notar Joseph Schmitt.

Schmitt war seit 1954 maßgeblicher Wegbereiter und -begleiter des Bauordens und gehörte von 1962 bis 1980 als Vorsitzender und Stellvertreter dem Vorstand des Internationalen Bauordens mit Sitz in Leuven/Belgien an.

Mit dem Joseph Schmitt-Preis sollen insbesondere Arbeiten ausgezeichnet werden, die

  • neue Perspektiven für die Internationale Jugendarbeit/Internationale Freiwilligenarbeit eröffnen,
  • Beispiele gelungenen Austauschs/internationaler Begegnung darstellen und reflektieren,
  • Anregungen für die Weiterentwicklung der Arbeit in den Bereichen Internationale Jugendarbeit, Internationale Freiwilligendienste, Jugendreisen, Jugend und Europa geben,
  • einen Beitrag zur Verknüpfung von wissenschaftlicher Theorie und Praxis leisten.

Es können Abschlussarbeiten (FH/Uni/Duale HS) aus allen Fachbereichen eingereicht werden. Neben Arbeiten mit pädagogischen Themen sind auch Fragestellungen aus den Bereichen Finanzierung, Öffentlichkeitsarbeit etc. möglich und erwünscht. Promotions-schriften können nicht zum Wettbewerb eingereicht werden.

Für die Teilnahme am Wettbewerb 2018 können deutschsprachige Arbeiten aus den letzten Jahren auf dem Postweg in dreifacher Ausfertigung oder per Mail in pdf-Format zusammen mit einem Lebenslauf bis zum 17. September 2018 beim Internationalen Bauorden, Schützenstr.1, 67061 Ludwigshafen; info@bauorden.de eingereicht werden. Die Preisver-leihung findet am 20. Oktober in Fulda statt.

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige Jury. Dieser Jury gehören an:

  • Prof. Dr. Andreas Thimmel (TH Köln/Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften)
  • Benedikt Widmaier (Akademie Haus am Maiberg/Heppenheim)
  • Peter Runck (Internationaler Bauorden/Ludwigshafen)

Die Entscheidung der Jury ist nicht anfechtbar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mit der Verleihung des Preises erwirbt der Bauorden keine Rechte an den ausgezeichneten Arbeiten. Die eingereichten Arbeiten werden nicht zurückgesandt.

Weitere Auskünfte: Internationaler Bauorden, Telefon: 0621/63554946 Mail: info@bauorden.de

Joseph Schmitt (1908 – 1998): Ein Leben im Dienste anderer

Die Aussöhnung in Europa und die Solidarität mit Schwächeren waren Leitmotive im Leben von Joseph Schmitt. Er wurde am 16. Juli 1908 als ältestes von fünf Kindern eines Weingroßhändlers in Fulda geboren. Am dortigen Humanistischen Gymnasium legte er 1926 die Reifeprüfung ab und studierte Jura und Volkswirtschaftslehre. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten geriet er wegen seines Engagements für den Windhorstbund, einer Jugendorganisation der Zentrumspartei, auf die „Schwarze Liste“ für den Staatsdienst. Aus dem II. Weltkrieg kehrte er als Schwerkriegsbeschädigter zurück.

1947 wurde Schmitt als Rechtsanwalt zugelassen, 1958 kam das Notariat hinzu. 1946 rief er den Albertus-Magnus-Verein ins Leben, der studierwillige Jugendliche förderte. Im gleichen Jahr gründete er die Rabanus-Gemeinde zur Erwachsenenbildung. Ein besonderes Engagement galt der elterlichen Mitbestimmung bei der Gestaltung des Schulunterrichts. Auf seine Initiative hin wurde 1949 die Mitbestimmung der Eltern in Hessen erstmals gesetzlich verankert.

Die gravierende Wohnungsnot in Fulda nach dem Weltkrieg veranlasste Joseph Schmitt, das Siedlungswerk Fulda, gemeinnütziges Wohnungs- und Siedlungsunternehmen, zu gründen. Die gemeinnützige Genossenschaft errichtete mehr als dreitausend Wohnungen. Ihr stand Schmitt bis 1982 als Vorstandsvorsitzender vor. 1954 schloss sich Joseph Schmitt dem Internationalen Bauorden an und wurde zu dessen maßgeblichem Wegbereiter und -begleiter. Von 1962 bis 1980 gehörte er als Vorsitzender und Stellvertreter dem Vorstand des Internationalen Bauordens mit Sitz in Leuven/Belgien an.

Die Begegnung und Verständigung von jungen Menschen in Europa waren ihm hier immer ein zentrales Anliegen. Für seine Verdienste im sozialen Bereich wurde Joseph Schmitt mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Über die Vergabe des „Joseph Schmitt-Preises“ entscheidet nach Ende des Abgabetermins eine unabhängige Jury, die aus Vertretern der Forschung über Internationale Jugendarbeit sowie der praktischen Arbeit im Bereich Internationaler Jugendbegegnungen besteht:

Prof. Dr. Andreas Thimmel studierte von 1980 -1987 Politikwissenschaft, Pädagogik und Kommunikationswissenschaft, sowie Sozialpädagogik in München und Münster. Danach war er als Referent bei verschiedenen Trägern politischer Bildung tätig. Prof. Thimmel arbeitete von 1991- 2000 als Dozent für Politikwissenschaft und internationale/ interkulturelle Fragen der Sozialen Arbeit in Erfurt, Mainz und Koblenz, bevor er im Jahr 2000 am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Mainz bei Prof. Hamburger promovierte. Seit 2003 ist er Professor für Wissenschaft der Sozialen Arbeit an der Fakulutät für Angewandte Sozialwissenschaften der Fachhochschule Köln.

Benedikt Widmaier studierte von 1980 – 1988 die Fächer Politikwissenschaft, Mittlere und Neue Geschichte und Philosophie in Mainz und Bonn. Bereits seit 1979 war er bis Anfang der 90er Jahre als freier Mitarbeiter in der außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung, mit Schwerpunkt in der deutschlandpolitischen und internationalen Arbeit tätig. In diesem Bereich arbeitete er auch hauptamtlich mehrere Jahre, bevor er schließlich 1998 die Leitung der Akademie für politische und soziale Bildung der Diözese Mainz „Haus am Maiberg“ übernahm. Außerdem ist Widmaier seit 2002 Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Mainz.

Peter Runck studierte von 1981 bis 1989 Theologie und Sozialpädagogik in Heidelberg und Ludwigshafen und war während seines Studiums ehrenamtlich in der offenen Jugendarbeit der Stadt Ludwigshafen tätig. Nach seinem Studium arbeitete er als pädagogischer Mitarbeiter für interkulturelle Angelegenheiten beim Kulturdezernat Ludwigshafen. Für die Bürgerrechte der Minderheit der deutschen Sinti und Roma engagierte sich Runck als Mitarbeiter des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma Rheinland- Pfalz sowie des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg. Seit 2001 ist er Geschäftsführer des Internationalen Bauordens in Ludwigshafen, einer Organisation, die Internationale Jugendbegegnungen in Workcamps fördert und organisiert.

Die Preisträgerinnen des „Joseph Schmitt-Preises“ 2009

Aida Demirovic Thema: Politische Bildung mit sozialbenachteiligten Jugendlichen in der internationalen Jugendarbeit Diplomarbeit, 2009

Marina Schulz Vergegenständlichung des Inter-/Nationalen? Formen nationaltypischer Objekte am Beispiel einer internationalen Jugendbegegnung Bachelorarbeit, 2008

Judith Dubiski Institutionelle Diskriminierung in der internationalen Jugendarbeit Magisterarbeit, 2009

Die PreisträgerInnen des „Joseph Schmitt-Preises“ 2007

Claudia Blatt „Reisen in der Jugendarbeit – Notwendigkeiten und Voraussetzungen einer interkulturellen Öffnung“

Celine Chang „Veränderungen von Selbstschemata im Kontext der Teilnahme an internationalen Workcamps“

Lars Weißbach „Rock`n Roll vs. Soziale Arbeit? Aspekte Interkultureller Jugendarbeit dargestellt am osteuropäischen Kulturaustausch der Band Die Herren Polaris mit Polen und Tschechien“

Erstmals verliehen wurde ein Sonderpreis, den MdB Klaus Hagemann (SPD) stiftete und an Juliane Schicker für ihre Diplomarbeit „Klassenfahrten und interkulturelles Lernen“ überreichte.

Die Preisträgerinnen des „Joseph Schmitt-Preises“ 2005

Anne Winkelmann Anne Winkelmann studierte von  1998 bis 2004  Interkulturelle Pädagogik an der Carl-von-Ossietzky- Universität Oldenburg. Schon während ihres Studiums engagierte sie sich ehrenamtlich in der interkulturellen Jugendarbeit und war dort z. B. als Seminarleiterin für Antibias-Trainings tätig. Seit 2004  ist freiberufliche Mitarbeiterin beim Berliner Arbeitskreis für politische Bildung e.V.  Die Preisträgerarbeit „Internationale Jugendarbeit im Kontext von Globalisierung, Migration und Modernisierung“ wurde 2006 mit der Unterstützung des Internationalen Bauordens beim Wochenschau-Verlag in Schwalbach/Taunus veröffentlicht.

Angela Lohmüller Angela Lohmüller studierte von 1998 bis 2003 Soziale Arbeit an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg. Während ihres Studiums war sie als Freiwillige mehrmals im Ausland. Nach dem Studium arbeitete sie als Pädagogische Mitarbeiterin beim Referat Freiwilliges Soziales Jahr des Malteser- Hilfsdienstes und bei der Aidshilfe Sylt.

Arbeiten aus 2005

Andre Backhaus

Projektorientierung zwischen Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit – Analyse eines internationalen Workcamps, Köln 2005.

Diplomarbeit im Fachbereich Sozialpädagogik, Fachhochschule Köln, Gutachter: Andreas Thimmel, Reiner Cousin.

Zusammenfassung:

Ziel dieser Arbeit ist es, mit Hilfe einer qualitativen Feldstudie ein internationales Workcamp des Internationalen Bauordens (IBO) auf seine Möglichkeiten des interkulturellen Lernens  zu untersuchen und so einen Beitrag zur Theoriebildung der Sozialen Arbeit zu leisten. Hierbei handelt es sich um eine Projekt, bei dem die Teilnehmer ausschließlich handwerkliche und körperliche Arbeit leisten. Der Aspekt des Interkulturellen Lernens wird vor dem Hintergrund der Qualitätskriterien des Bundes betrachtet, der den Internationalen Bauorden durch Gewährung von Teilnehmerpauschalen bezuschusst. Der Autor analysiert dabei das Projekt, Ziele des Projektträgers, den Projektverlauf und die Gruppenbeziehungen während des Workcamps. Anschließend wird versucht die gewonnenen Erkenntnisse auf Theorien des interkulturellen Lernens anzuwenden. Anhand der Ergebnisse gibt der Autor Empfehlungen zur Durchführung internationaler Workcamps an die Träger Internationaler Jugendarbeit.


Christine Blome

Qualitative Evaluation von Elementen eines entwicklungspolitischen Bildungsprogramms – Ein Beitrag zur dokumentarischen Evaluationsforschung, Berlin 2005.

Diplomarbeit im Fachbereich Erziehungswissenschaft, Freie Universität Berlin, Gutachter: Ralf Bohnsack, Iris Nentwig- Gesemann.

Zusammenfassung:

Die Arbeit dokumentiert den Verlauf und die Ergebnisse einer qualitativen Evaluationsstudie, die mit dem neu entwickelten Ansatz der dokumentarischen Evaluationsforschung durchgeführt wurde. Evaluationsgegenstand dieser Studie sind zwei vom  Global Education Network of Young Europeans (GLEN) durchgeführte Vorbereitungsseminare zur binationalen Projektarbeit in Ländern des ‚Südens‘. Erkenntnisinteresse der Studie sind Herausforderungen und Chancen einer internationalen Zusammenarbeit von Studierenden und jungen Berufstätigen aus Deutschland und verschiedenen mittel- und osteuropäischen Ländern im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Auftraggeber dieser Studie ist das ASA- Programm (Arbeits- und Studienaufenthalte in Afrika, Asien, Lateinamerika  und Süosteuropa) von InWEnt (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH).


Christina P. Braß

Neue Wege im deutsch-israelischen Jugendaustausch. Unter besonderer Berücksichtigung zentraler Elemente der internationalen Jugendarbeit in der Bundesrepublik Deutschland, sowie der Qualifizierung von Begegnungsleitern im deutsch- israelischen Jugendaustausch, Saarbrücken 2004.

Diplomarbeit im Studiengang 2004, Katholische Hochschule für Soziale Arbeit Saarbrücken, Gutachterin: Margret Dörr.

Zusammenfassung:

Am Beispiel der DGB Jugend zeigt die Arbeit die Entwicklung, Strukturen und Organisation des Deutsch- Israelischen Jugendaustausches auf. Auf der Grundlage allgemeiner Theorien zur Internationalen Jugendarbeit und deren Zielen, werden verschiedene bi- und multilaterale Jugendaustauschprogramme vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen hier die Geschichte und die Besonderheiten des Deutsch- Israelischen Jugendaustauschs. Im empirischen Teil der Arbeit beschreibt die Autorin Motivationen und Bedeutungen, die für die Teilnehmer an Qualifizierungskursen für deutsch- israelische Begegnungsleiter verknüpft sind und fasst in einem Fazit die Anforderungen, die sich an Fortbildungskurse für die deutsch- israelische Jugendarbeit stellen, zusammen.


Robert Braun

Offene Jugendarbeit in den Jugendzentren der Euregio Maas Rhein – eine vergleichende Studie, Aachen 2005.

Diplomarbeit im Studiengang Soziale Arbeit, Katholische Fachhochschule NW, Gutachter: Ulrich Deller, Ben Bierings.

Zusammenfassung:

Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über das Angebot der Offenen Jugendarbeit in Jugendzentren in den fünf Regionen der Euregio ‚Maas-Rhein‘ zwischen Deutschland, den Niederlanden und Frankreich zu verschaffen. Seitdem es die neuen Euregio- Zertifikate auch für Soziale Berufe gibt, wird im Bereich der Jugendarbeit vermehrt eine Kooperation zwischen Regionen in Grenznähe gesucht. Die Arbeitsweise bei den niederländischen und französischen  Nachbarn dieser Region soll untersucht und verglichen werden. Hierin sieht der Autor die Möglichkeit, sich aus einer anderen Perspektive mit  Jugendarbeit auseinander zu setzen. Anschließend stellt der Autor den Nutzen grenzüberschreitender Netzwerke für die Jugendarbeit dar. Die Arbeit ist eine der ersten, die in dieser Form die euregionale offene Jugenarbeit thematisiert.


Kerstin Brückner

„Go East“- Freiwilligendienste für junge Deutsche in Osteuropa, Nürnberg 2005.

Diplomarbeit im Fachbereich Sozialwesen, Evangelische Fachhochschule Nürnberg, Gutachter: Alfons Limbrunner, Richard Utz.

Zusammenfassung:

Inhalt der Arbeit sind die Entstehung und der Ausbau von internationalen Freiwilligendiensten für junge Deutsche in Osteuropa im Rahmen der EU- Osterweiterung. Die Autorin untersucht den heutigen Stellenwert von freiwilligem Engagement in Deutschland und in der Lebenswelt Jugendlicher. Weiterhin stellt sie Arten, Zielgruppen, Bedingungen und Beweggründe von Freiwilligendiensten im Ausland dar. Der in Osteuropa vergleichsweise junge zivilgesellschaftliche Sektor, in den die Freiwilligenarbeit eingebettet ist, wird beschrieben und die Organisationen, die in der Vermittlung und Zusammenarbeit mit osteuropäischen Ländern arbeiten, benannt. Abschließend gibt die Autorin einen Ausblick auf mögliche Veränderungen und Herausforderungen im Bereich der Freiwilligendienste im europäischen Osten. Ziel der Arbeit ist es, unter anderem eine umfassende Informationsbroschüre zu Freiwilligendiensten in Osteuropa zu entwerfen, die am Ende der Abhandlung steht.


Celine Chang

Interkulturelles Lernen in Kurzzeitaustauschprogrammen – eine Analyse der Wirkfaktoren und Lernprozesse am Beispiel eines deutsch- japanischen Fachkräfteprogramms, Regensburg 2001.

Diplomarbeit als Teil der Diplomprüfung für Psychologen, Universität Regensburg.

Zusammenfassung:

Die Arbeit behandelt die interkulturellen Lernprozesse bei Fachkräften der Jugendarbeit im Rahmen eines  deutsch- japanischen Austauschprogramms. Die Autorin stellt die Frage, inwieweit diese kurzzeitigen Austauschprogramme einen nachhaltigen interkulturellen Lernerfolg bieten. Der theoretische Teil der Arbeit beschäftigt sich mit Begriffen, die für das Konzept des interkulturellen Lernens notwendig sind. Als Basistheorie für die empirische Untersuchung dient die Transformative Lerntheorie. Durch problemzentrierte Interviews mit Teilnehmern an diesem Studienprogramm und deren inhaltlicher Analyse will die Autorin herausfinden, welche Wirkfaktoren die interkulturellen Lernprozesse der Teilnehmer beeinflussen und wie diese wirken. Der zentrale Fokus liegt hierbei auf der Wechselwirkung zwischen Person und Umwelt.


Vanessa Dalmann

Begegnungen durch Kunst im interkulturellen Jugendaustausch. Eine exemplarische Analyse von Konzept und Umsetzung des Jugendsymposiums „Europa der Kulturen“, Hildesheim 2005.

Diplomarbeit im Studiengang Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Universität Hildesheim, Gutachter: Volker Schubert, Saskia Bender.

Zusammenfassung:

Anhand eines praktischen Beispiels aus dem Bereich des interkulturellen Jugendaustauschs untersucht die Arbeit, welchen Einfluss die Auseinandersetzung mit Kunst auf die Begegnung von Jugendlichen ausübt und wie sich diese künstlerische Annäherung gestalten kann. Als Praxisbeispiel wurde das deutsch- französische und europäische Jugendsymposium „Europa der Kulturen“ ausgewählt. Den Schwerpunkt der Arbeit bildet die Analyse des Projektkonzeptes und dessen Umsetzung. Nach der Darstellung von Theorien und Positionen zu interkulturellem Lernen und ästhetisch- kultureller Bildung werden die beiden Konzepte inhaltlich anhand des Projektbeispiels miteinander verknüpft. Anschließend wird anhand verschiedener Dimensionen des Begegnungsbegriffs die Rolle der Kunst analysiert. Abschließend steht eine Zusammenfassung der allgemeinen Bedeutung der Kunst für den interkulturellen Jugendaustausch.


Anna Ehret

Evaluation interkulturellen Lernens in Kurzzeitprogrammen am Beispiel eines deutsch-japanischen Fachkräfteaustausches, Regensburg 2002.

Diplomarbeit als Teil der Diplomprüfung für Psychologen, Universität Regensburg.

Zusammenfassung:

Die Arbeit baut auf der Diplomarbeit von Celine Chang auf und will anhand eines selbstentwickelten Fragebogens nach dem Modell von Kirkpatrick (1967) die Lernwirksamkeit des Deutsch- Japanischen Studienprogramms für Fachkräfte der Jugendarbeit evaluieren. Der auf der Grundlage qualitativer Interviews entstandene Fragebogen fragt nach den Bedingungen und Ausmaß des interkulturellen Lernerfolges bei den Teilnehmern der 8-12 wöchigen, also kurzfristigen,  Programme.  Das Programm besteht seit 1971 und wird unterstützt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und ist damit eines der am beständigsten geförderten Einzelprogramme des internationalen Austauschs der Bundesrepublik. Ergebnis der Evaluation ist ein deutlich höheres Lernpotential als vor der Befragung angenommen. Aus den Ergebnissen lassen sich weitere konkrete Handlungsempfehlungen für das Programm ableiten, welche abschließend von der Autorin zusammengefasst werden.


Carolin Hacker

Interkulturelles Lernen in der internationalen Jugendarbeit, Hagen 2005.

Magisterarbeit im Hauptfach Erziehungswissenschaft, Fernuniversität Hagen, Gutachter: Raimund Pfundtner.

Zusammenfassung:

Ziel der Arbeit ist es, die Internationale Jugendarbeit konkret an einem Seminarbeispiel dahingehend zu untersuchen, ob und wie sie zu interkulturellem Lernen beitragen kann. Ausgehend von einer Vorstellung der Internationalen Jugendarbeit als Praxis- und Lernfeld mit Zukunft, geht die Autorin auf die Geschichte, inhaltliche Veränderungen und normative Grundlagen nationaler und internationaler Jugendarbeit ein. Anschließend werden Ziele und Begriffe des Interkulturellen Lernens erläutert. Erfahrungen aus mehreren internationalen Jugendbegegnungen aus Sicht von Teilnehmern und Teamern fließen in die Analyse mit ein.  Schließlich wird die Frage nach einem möglichen Transfer der Erfahrungen aus internationalen Jugendbegegnungen und – seminaren und deren Nachhaltigkeit gestellt.


Daniela Hilger

Jugendferiencamps in Mecklenburg- Vorpommern und Schleswig- Holstein – Aktuelle Strukturen und Tendenzen in den Regionen Mecklenburgische Schweiz und Seenplatte sowie Holsteinische Ostseeküste, Aachen 2005.

Magisterarbeit in Geografie, Universität Aachen, Gutachterin: Claudia Erdmann.

Zusammenfassung:

Ziel der Arbeit ist es, die aktuellen Strukturen und Tendenzen für Jugendferiencamps in den Regionen Mecklenburgische Schweiz und Seenplatte sowie Holsteinische Ostseeküste aufzuzeigen und zu erläutern. Dafür geht die Untersuchung von den Anfängen des Jugendtourismus in den Alten und Neuen Bundesländern aus und beleuchtet später den heutigen jugendtouristischen Markt in Deutschland. Noch heute sind die unterschiedlichen Entwicklungen des Jugendtourismus in Ost und West durch deren Auswirkungen spürbar. Verschiedene Anbieter von Feriencamps in den beiden Bundesländern werden untersucht und die Beurteilung der Freizeiten durch die Jugendlichen Teilnehmer ausgewertet. Die Autorin evaluiert die untersuchten Jugendfreizeiten abschließend und gibt Handlungsempfehlungen für Kooperationen zwischen Tourismuswirtschaft und Landesregierungen um zukünftige Maßnahmen zu verbessern.


Laura Hölzlwimmer

Internationale Jugendbegegnung – IKK- Osteuropa: Eine Konstellation bisher ungeachteter Synergieeffekte hinsichtlich interkulturellen Lernens? Problemaufriss anhand deutsch-polnischer Begegnungen, München 2005.

Hausarbeit im Rahmen eines Seminars im Studiengang Osteuropastudien, Ludwig-Maximilians- Universität München, Gutachterin: Dr. Galina Koptelzewa.

Zusammenfassung:

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Überschneidungsfeldern von interkultureller Kommunikation,  Begegnungen von Jugendlichen und der Integration der neuen europäischen Mitgliedsstaaten am Beispiel Polens. Im Zentrum steht die Frage danach, wie wissenschaftliche Forschungen und internationale Jugendbegegnungspraxis in Bezug auf Osteuropa enger miteinander verzahnt werden könnten, um nützliche Effekte für den Erwerb von Interkultureller Kompetenz zu erzielen. Zunächst zeigt die Autorin mögliche Synergieeffekte zwischen Internationalen Jugendbegegnungen und IKK Theorie auf. Anhand des Deutsch-Polnischen Jugendwerks wird Osteuropa als Feld der Jugendbegegnungen dargestellt. Mögliche Synergieeffekte zwischen Theorie und Praxis dieses Austausches sollen aufgezeigt werden und auch in Bezug zu möglichen Problemen gesetzt werden.


Christina Jolowicz

„Und wie war`s?“ – Eine qualitative Untersuchung der Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung des weltkirchlichen Friedensdienstes des Bundes der deutschen katholischen Jugend unter besonderer Berücksichtigung der Rückkehrersituation, Frankfurt (Oder) 2005.

Abschlussarbeit Master of Arts Kulturwissenschaften, Europa Universität Viadrana Frankfurt (Oder), Gutachter: Hartmut Schröder, Anna Schwarz.

Zusammenfassung:

Thema und Gegenstand der Arbeit ist die Perspektive  ehemaliger Freiwilliger auf die pädagogische Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung internationaler Freiwilligendienste des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Ausland. Ausgehend von theoretischen Überlegungen zu freiwilligem Engagement Jugendlicher auf nationaler und internationaler Ebene werden die Freiwilligendienste des BDKJ vorgestellt. Auf der Grundlage des Kulturschockmodells nach Pedersen werden Anpassungsprobleme der jungen Freiwilligen dargestellt, die bis zur Reakkulturation zurück im Heimatland reichen können.  Anhand einer qualitativen empirischen Studie  werden auch Probleme, die nach der Rückkehr von Freiwilligen auftreten können, beschrieben,  mögliche Kritikpunkte aufgezeigt und Vorschläge zu deren Verbesserung formuliert.


Jutta Kaiser

Stirbt der Pfadfinder aus? Das Reiseverhalten Jugendlicher, unter besonderer Berücksichtigung von Gruppenreisen, Trier 2005.

Diplomarbeit im Fachbereich Geografie, Universität Trier, Gutachter: Ingo Eberle, Einhard Hoffmann.

Zusammenfassung:

Gegenstand der Arbeit ist der deutsche Jugendtourismus unter besonderer Berücksichtigung von Jugendgruppenreisen. Die Autorin geht sowohl auf die theoretischen Grundlagen als auch auf historische Entwicklungen und gegenwärtige Strukturen des Jugendreisemarktes ein. Das Reiseverhalten Jugendlicher wird in Abhängigkeit von verschiedenen Einflussfaktoren und unterschieden nach  Reisearten beschrieben. Der empirische Teil der Arbeit besteht aus Befragungen verschiedener Reiseveranstalter zur Marktsituation und der Zielgruppe Jugendlicher im Alter von 12 bis 17 Jahren zu ihren Erfahrungen. Dabei werden Fragen nach Motivationen, Gruppenprozessen und Bewertungen von Jugendfreizeiten beantwortet. Abschließend gibt die Autorin eine Zusammenfassung der Ergebnisse und versucht eine Prognose des zukünftigen Jugendreisemarkts mit möglichen Handlungsstrategien zu geben.


Ken Kupzok

Transkulturelles Lernen und Sexualität – erste Überlegungen für eine neue Didaktik zum Transkulturellen Lernen im Kontext von Sexualität, Halle/ Saale 2005.

Diplomarbeit im Studiengang Sozialarbeit/Sozialpädagogik, Fachhochschule Merseburg, Gutachter: Konrad Weller, Thomas Tiltmann.

Zusammenfassung:

Grundlegender Gedanke dieser Arbeit ist die Verknüpfung von Transkulturellem Lernen mit der Sexualpädagogik zu eine neuen Didaktik innerhalb der kulturellen Bildungsarbeit. Ausgehend vom Konzept der Transkulturalität nach Wolfgang Welsch grenzt der Autor dieses theoretisch gegenüber dem veralteten Kulturverständnis ab. Eine neue Didaktik des transkulturellen Lernens, dessen Bedeutung und Ziele stellt ein weiteres Kapitel der Arbeit dar. Die Verbindung von Transkulturalität, Kultur und Sexualität wird hergestellt und deren Relevanz für die kulturelle Bildungsarbeit erläutert. So lassen sich die Erkenntnisse der Arbeit für die Gestaltung von kulturellen Jugendbegegnungen und Konzeptionen für Fortbildungen anwenden.


Florian Lehner

Die Gruppenleitung im sozialpädagogischen Handlungsfeld  des Workcamps. Lebenswelten, Motivationen und Zufriedenheit von jungen, freiwillig engagierten in der außerschulischen politischen Jugendbildung am Beispiel der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste e.V., Bamberg 2004.

Diplomarbeit im Studiengang Berufspädagogik, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Gutachter: Claus Mühlfeld.

Zusammenfassung:

Die Arbeit beschäftigt sich mit Motivationen und Erfahrungen Freiwilliger, die sich als Gruppenleiter für internationale Gemeinschaftsdienste bei den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten e.V. (IJGD) ausbilden lassen. Die Evaluation geschah anhand eines neu entwickelten Fragebogens für Gruppenleiter. Hierbei wird sowohl die Ausbildung in ihrem Ablauf beschrieben, als auch die Anforderungen, welche an die Gruppenleiter gestellt werden. Die Einordnung der Tätigkeit als Gruppenleiter in die Biographie der Teilnehmer spielt eine weitere Rolle. Außerdem klärt der Autor Fragen nach der Zusammenarbeit zwischen diesen ehrenamtlichen Mitarbeitern des IJGD und den hauptamtlich Beschäftigten. Schließlich werden Fragen zu Kooperationsmöglichkeiten zwischen Schule und außerschulischen Bildungsträgern beantwortet.


Ilka Leisenheimer

„Europa bilden?!“ – Europapolitische Bildungsarbeit in der Analyse, Trier 2004.

Magisterarbeit im Fach Politikwissenschaften, Universität Trier, Gutachter: Sebastian Harnisch, Joachim Schild.

Zusammenfassung:

Gegenstand dieser Arbeit ist die Untersuchung europapolitischer Bildungsarbeit als einer Möglichkeit der Einflussnahme auf europäische Bewusstseinsbildung der Bürger. Dieses Bewusstsein wird als Voraussetzung für die Bildung einer europäischen Identität gesehen, welche notwendig sei für einen langfristigen Integrationsprozess. Hierzu stellt  die  Autorin  nationale und supranationale Programme der europäischen Bildungsarbeit überblicksartig dar  und  vergleicht diese anhand von Programmen der Länder Deutschland und Italien. Hierbei werden schulische und außerschulische Bildung gegenüber gestellt.  Im empirischen Teil der Arbeit stellt die Autorin anhand zweier Bildungseinrichtungen mit europapolitischem Schwerpunkt konkrete Intentionen und Wirkungen der Programme auf die Teilnehmer vor. Anhand der Auswertung von Seminaren möchte die Autorin Hinweise geben, welche Möglichkeiten zur Stärkung eines gemeinsamen europäischen Bewusstseins durch europapolitische Jugendbildungsarbeit bestehen.


Angela Lohmüller

Freiwilligendienste junger Menschen in und aus Mittel- und Osteuropa. Grundverständnis, politische Hintergründe und Problemkonstellationen. Bamberg o.J. (2003).

Diplomarbeit im Fachhochschulstudiengang Soziale Arbeit, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Gutachter: M. Helmbrecht, E. Ploil.

Zusammenfassung:

Gegenstand der Arbeit sind der Nutzen von Freiwilligendienste in Ost- und Mittelosteuropa für den Integrationsprozess im Rahmen der EU-Osterweiterung. Nach theoretischen Grundlagen zum Thema Freiwilligendienste und der Vorstellung einiger Programme für freiwilliges Engagement junger Deutscher im Ausland geht die Autorin insbesondere auf die Hintergründe, Bedeutungen und verschiedenen Möglichkeiten eines Freiwilligendienstes in Osteuropa ein. Der empirische Teil der Arbeit wertet Interviews mit sechs Jugendlichen, die ihren Freiwilligendienst in Osteuropa absolviert haben, aus. Hieraus fasst die Autorin vor allem individuelle Problemkonstellationen und Bewältigungsstrategien zusammen.  Aus den Untersuchungen sollen Hinweise für die Vorbereitung und Beratung zukünftiger Freiwilliger entstehen. Schließlich geht die Arbeit auf die Bedeutung freiwilligen Engagements als Feld der Sozialen Arbeit ein und stellt Freiwilligenzentren als Brückeninstanzen zwischen Freiwilligen und Trägerorganisationen vor.


Brigitte Mayr

Freiwilligendienste in Israel als Lernfeld für junge Erwachsene, Benediktbeuren 2005.

Diplomarbeit zur Abschlussprüfung als Dipl. Sozialpäd. (FH), Katholische Stiftungsfachhochschule München, Gutachter: Franz Schmid.

Zusammenfassung:

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Freiwilligendiensten für junge Menschen in Israel, die der Deutsche Verein vom Heiligen Lande (DVHL) vermittelt und unterstützt. Ausgehend von der Definition der Zielgruppe und der Geschichte internationaler Freiwilligendienste werden konkrete Erfahrungen aus den Freiwilligendiensten beim DVHL vorgestellt. Mit Hilfe von Fragebögen werden Motivation, Vorbereitung und Erlebnisse Freiwilliger während ihres Aufenthalts in Israel evaluiert. Anschließend wird auf Veränderungen bei den jungen Erwachsenen eingegangen, die sich durch den Freiwilligendienst ergeben haben. Zuletzt wird eine junge Initiative vorgestellt, die aus ehemaligen VolontärInnen besteht, die sich auf verschiedene Arten mit ihren Erfahrungen weiter gemeinsam für den Freiwilligendienst und Israel engagieren.


Kerstin Oschmann

Das Workcamp als Ort interkulturellen Lernens – Möglichkeiten und Grenzen des Interkulturellen Lernens in internationalen Begegnungen am Beispiel internationaler Workcamps der IJGD, Berlin 2002.

Masterthesis im Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, Freie Universität Berlin, Gutachter: Hermann Veith, Gerhard Harder.

Zusammenfassung:

Die Arbeit beschäftigt sich mit so genannten kurzfristigen Austauschprogrammen im Rahmen internationaler Workcamps und deren Beitrag zum interkulturellen Lernen. Die Autorin geht von den theoretischen Konzepten der Kultur und des Interkulturellen Lernens aus und beschreibt die Elemente im interkulturellen Lernprozess und deren Stellenwert bei der Vorbereitung und während internationaler Workcamps. Anhand der Organisation „Internationale Jugendgemeinschaftsdienste“ wird ein Träger von Workcamps vorgestellt und dabei speziell auf Camps in der Dritten Welt Bezug genommen. Durch Befragungen von zukünftigen und ehemaligen Teilnehmern von Workcamps in der Dritten Welt, sollen die Erwartungen der Teilnehmer mit ihren tatsächlichen Erfahrungen verglichen werden und so der interkulturelle Lernerfolg evaluiert werden. Den Abschluss bildet eine Zusammenfassung der Ergebnisse und Handlungsvorschläge der Autorin für eine effektivere Gestaltung von Vorbereitung und Durchführung der Workcamps.


Raphael Andreas Ott

Internationale Jugendarbeit in Europa – europäische Jugendarbeit?, Mainz 2005.

Diplomarbeit im Fachbereich Erziehungswissenschaft, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Gutachter: F. Hamburger.

Zusammenfassung:

Gegenstand der Arbeit sind nationale und supranationale Träger der europäisch orientierten Jugendarbeit in der Europäischen Union. Der Autor stellt ausgehend von Theorien der Internationalen Jugendarbeit, drei deutsche bilaterale Förderorganisationen der Internationalen Jugendarbeit und das EU-Aktionsprogramm JUGEND vor. Hierdurch sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Trägern auf nationaler und europäischer Ebene geklärt werden. Besonderes Augenmerk der Untersuchung liegt dabei auf den Jugendbegegnungen. Der aktuelle wissenschaftliche Diskurs im Bereich Internationale Jugendarbeit wird vorgestellt und der Autor positioniert sich einem Fazit kritisch dazu.


Judith Rickert, Carolin Rosenthal

Kompetenzerwerb in der Interkulturellen Kommunikation, Koblenz 2005.

Diplomarbeit im Fachbereich Sozialwesen, Fachhochschule Koblenz, Gutachter: Günter J. Friesenhahn, Friedrich W. Seibel.

Zusammenfassung:

Das Ziel dieser Arbeit soll es sein, Wissen über interkulturelle Kommunikation zusammenzutragen und Wege aufzuzeigen, durch die ein verständnisvoller Umgang mit fremden Kulturen gefördert und somit ein Auslandsaufenthalt erleichtert werden kann. So geben die Autorinnen zuerst einen allgemeinen Überblick über den Theoriestand im Bereich der Interkulturellen Kommunikation. Außerdem klären sie mit dem Thema verbundene wichtige Begriffe wie ‚Nation‘, ‚Ethnizität‘ und  ‚Identität‘.  Eine gelungene Kommunikation wird in einem weiteren Kapitel als notwendige Voraussetzung für die interkulturelle Kooperation vorgestellt und verschiedene Theorien dazu erläutert. Die Verbindung zur praktischen Umsetzung der Theorie bildet eine Broschüre, welche die Autoren zur Vorbereitung von Studenten auf Auslandsaufenthalte und interkulturelle Begegnungen entwarfen. Abschließend wird evaluiert, inwiefern Wissen über Interkulturelle Kommunikation einen verständnisvollen Umgang mit fremden Kulturen fördert und somit einen Auslandaufenthalt erleichtert.


Tobias Schlichter

Zurück zu den Wurzeln – Ethnographie einer interkulturellen Gruppenreise von Jugendlichen nach Kasachstan, Ludwigsburg 2004.

Diplomarbeit im Fachbereich Sozialarbeit/ Sozialpädagogik, Evangelische Fachhochschule Reutlingen- Ludwigsburg, Gutachter: Ute Hennige, Josef Jerg.

Zusammenfassung:

Inhalt der Arbeit ist die Beschreibung einer durch Träger der kommunalen Jugendarbeit organisierten interkulturellen Gruppenreise mit jugendlichen Aussiedlern und Deutschen in das Herkunftsland der Aussiedler nach Kasachstan. Das durch den Autor sozialpädagogisch mitbetreute Projekt war Teil eines Integrationsprogramms für junge Aussiedler in Deutschland, das helfen sollte, die Trennungserfahrungen vom Herkunftsland positiv zu verarbeiten. Ausgehend von der Vorstellung des Reiseziels Kasachstan wird die Reisegruppe, insbesondere die Situation der „rückkehrenden Aussiedler und Aussiedlerinnen“ beschrieben. Die Erfahrungen auf der Reise werden anhand zweier Portraits analysiert, wobei besonders der individuelle Stellenwert einer interkulturellen Begegnung und die Auswirkungen der Rückkehr ins Herkunftsland ins Blickfeld der Analyse rücken. Abschließend wird das Projekt einer Evaluation in Bezug auf seine Ziele unterzogen und der Autor zeigt mögliche Perspektiven der Internationalen Jugendarbeit in Verbindung mit Integrationsarbeit auf.


Sandra Steinberg

Grundlagen freiwilligen Engagements – Eine empirische Studie zur Motivation männlicher Teilnehmer an Workcamps, Münster 2004.

Diplomarbeit in Pädagogik, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Gutachter: Böllert, Bergs- Winkels.

Zusammenfassung:

Gegenstand der Arbeit ist der in Relation zur Gesamtteilnehmerzahl geringe Anteil männlicher Teilnehmer an internationalen Austauschprogrammen des Service Civil International (SCI). Anhand einer empirischen Studie versucht die Autorin die gegenwärtigen Motivationen von ehemaligen Teilnehmern zu erforschen. Wichtiger inhaltlicher Schwerpunkt ist es, herauszufinden, wie mehr männliche Teilnehmer für internationale Workcamps gewonnen werden können. Der theoretische Teil der Arbeit gibt zunächst einen Überblick über Formen des freiwilligen Engagements, dessen Bedeutung und die derzeitigen Tendenzen, danach wird der SCI, das Konzept der Workcamps und die Bedeutung von Freiwilligen für den SCI vorgestellt. Mit Hilfe eines Onlinefragebogens werden die  Befragten sowohl nach den von ihnen bevorzugten Projekten, als auch nach verschiedenen Zielen und Motivationen, die vor allem Männer mit einem freiwilligen Engagement im Rahmen von Workcamps verbinden, sowie nach bevorzugten Ländern eines Engagements befragt.  Anschließend werden Lösungsstrategien zur Verbesserung der „Männerquote“ im Freiwilligenbereich entwickelt.


Veronika Stoll

Deutsch-französische Jugendbegegnungen: Veränderte Zielsetzungen von 1945 bis 2005, Regensburg 2005.

Bachelorarbeit im Fach Deutsch-französische Studien, Universität Regensburg, Gutachter: Jochen Mecke, Herrmann Wetzel.

Zusammenfassung:

Die Arbeit untersucht die Ziele und Bedeutung des deutsch-französischen Jugendaustauschs von der Entstehung nach dem zweiten Weltkrieg bis heute. Die Autorin ordnet den binationalen Jugendaustausch dabei in die Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen nach 1945 ein.  Anschließend wird die Entwicklung der Zielsetzungen und der Inhalte der Begegnungen bis heute dargestellt. Ein Blick auf die Öffentlichkeitswirksamkeit der Jugendprogramme und die Beurteilung durch die Betroffenen führt zu einer Qualitätsdiskussion der Programme, zeigt Kritikpunkte auf und wirft das Augenmerk auf neue Positionierungen und Aufgabenfelder der internationalen Jugendarbeit. Ein Ausblick auf die Zukunft der deutsch-französischen sowie der internationalen Jugendarbeit schließt die Arbeit ab.


Annette Wehning, Christine Kehrer

Konzeptionelle Überlegungen zur sozialpädagogischen Begleitung von Freiwilligen für das Wagnis eines sozialmotivierten Arbeitsaufenthaltes in Lateinamerika, Darmstadt 2002.

Diplomarbeit im Fachbereich Sozialpädagogik, Ev. Fachhochschule Darmstadt, Gutachter: Winfried Seelisch, Marlies W. Fröse.

Zusammenfassung:

Gegenstand der Arbeit ist die Darstellung der Relevanz einer intensiven sozialpädagogischen Begleitung und die Entwicklung eines programmatischen Konzepts im Rahmen eines sozialmotivierten Freiwilligendienstes in Lateinamerika. Ungeachtet der hohen Herausforderungen, die ein Arbeitseinsatz in einem Land der Dritten Welt mit sich bringt, ist die Vorbereitung und Betreuung durch Entsendeorganisationen oftmals unzureichend. Die Autorinnen wollen mit ihrem Beitrag ein inhaltliches Konzept zur Anwendung in der Praxis der Freiwilligenarbeit liefern. Zunächst gehen sie dabei auf Motivationen, Rahmenbedingungen und Ziele internationaler Freiwilligendienste ein. Anschließend wird das theoretische Konzept der interkulturellen Begegnungen erläutert, ihre Chancen und Probleme dargestellt. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit Inhalten und Relevanz sozialpädagogischer Begleitung für Freiwillige in Lateinamerika.


Anne Winkelmann

Internationale Jugendarbeit im Kontext von Globalisierung, Migration und Modernisierung. Auf dem Weg zu einer theoretischen Fundierung, Oldenburg 2004.

Diplomarbeit im Studiengang Interkulturelle Pädagogik, Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg,

Gutachter: Rudolf Leiprecht, Wolfgang Nitsch.

Zusammenfassung:

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Internationale Jugendarbeit auf die Angemessenheit ihrer theoretischen Ansätze im Hinblick auf die gesellschaftlichen Veränderungsprozesse Globalisierung, Migration und Modernisierung sowie neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zu befragen und diese Erkenntnisse in eine neue theoretische Fundierung der Internationalen Jugendarbeit zu integrieren. Die theoretische Einführung in das Thema bilden formale Aspekte und geschichtliche Entwicklungen der Internationalen Jugendarbeit. Die Auswirkungen aktueller makrosoziologischer Veränderungen auf die Lebenswelt von Jugendlichen und auf das Feld der Internationalen Jugendarbeit wird in einem weiteren Kapitel dargestellt. Theorien und Konzepte der Internationalen Jugendarbeit werden im Hinblick auf ihre Relevanz im Kontext der besprochenen Veränderungsprozesse kritisch diskutiert. Abschließend entwickelt die Autorin aus aktuellen Denkansätzen und Perspektiven der Internationalen Jugendarbeit einen Anforderungskatalog an die Weiterentwicklung einer Theorie zur Internationalen Jugendarbeit.

Die vollständigen Versionen der eingereichten Arbeiten können eingesehen werden im Institut für Sozialpädagogik der Fachhochschule Köln, Haus am Maiberg, Heppenheim, und im Büro des Internationalen Bauordens in Worms.

Arbeiten aus 2007

Constanze von Appen: Interkulturelle und internationale Kinder- und Jugendarbeit am konkreten Beispiel des Children’s International Summer Villages (CISV). Diplomarbeit. Leuphana Universität Lüneburg. Bereich Sozialwesen. Gutachter: Prof.Dr. Gisela Adam-Lauer, Prof.Dr. Jan Vink. Juli 2007.

Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Einwanderungsland mit einer Vielfalt unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten, die bereits schon im Schul- oder Vorschulalter miteinander in Berührung kommen. Pädagogische Programme im Rahmen der Internationalen Kinder- und Jugendarbeit einen geschützten Rahmen der Begegnung zwischen den Kulturen und Nationen. Die Diplomarbeit geht der Fragestellung nach, ob internationale Kinder- und Jugendarbeit eine vermindernde Wirkung auf Rassismus und Fremdenfeindlichkeit haben. Am Beispiel der Children’s International Summer Villages wird diese Frage beantwortet. Die Autorin geht in ihrer Arbeit auf theoretische, rechtliche und historische Entwicklungen der Begriffe ‚Kindheit’ und ‚Jugend’ ein und setzt diese in Verbindung mit der Internationalen Kinder- und Jugendarbeit. Als konkretes Beispiel einer Maßnahme dienen die Children’s International Summer Villages, welche mit Hilfe eines Fragebogens durch die Teilnehmer evaluiert werden. Abschließend werden die Ergebnisse auf die Ziele der internationalen Kinder- und Jugendarbeit bezogen und ausgewertet.

Michaela Bradl: Europa in den Kinderschuhen- Über das Herausbilden einer (europäischen) Identität bei jungen Menschen aus binationalen Familien in Deutschland. Diplomarbeit, Erziehungswissenschaftliches Institut, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Gutachter:, Februar 2007.

In Deutschland wird heute jedes vierte Kind in einer binationalen Ehe geboren. Aus dieser Herkunft ergeben sich Folgen für die Wahrnehmung dieser Kinder durch andere, aber auch für die eigene Identität und dem Umgang mit kulturellen bzw. nationalen Unterschieden. Im Zentrum der Diplomarbeit steht das das Erleben des Alltags junger Menschen, die in binationalen Familien mit einem deutschen Elternteil und einem Elternteil aus einem anderen europäischen Land aufwachsen. Weiterhin untersucht die Autorin den Zusammenhang zwischen Binationalität und der Europaorientierung Jugendlicher. Behandelt werden sowohl theoretische Konzepte der Binationalität und europäischer Identität, als auch statistische Daten über Binationalität in Europa dargestellt. Anhand qualitativer Interviews mit Jugendlichen, welche in binationalen Familien aufwuchsen, wirft die Autorin einen Blick auf das Leben dieser Jugendlichen. Anschließend stellt sie Fragen nach der Einstellung zu Europa und dem Denken über Chancen bzw. Risiken, die mit der EU verbunden werden. Die Ergebnisse der Untersuchung werden abschließend auf die Handlungsfelder Pädagogik und Politik bezogen und es werden Möglichkeiten der Weiterentwicklung von politischer Bildung mit bikultureller Thematik und europäischer Identitätspolitik gegeben.

Celine Chang: Veränderungen von Selbstschemata im Kontext der Teilnahme an internationalen Workcamps. Dissertation. Universität Hildesheim. Institut für Psychologie. Gutachter: Hede Helfrich-Hölter, Prof. Dr. Alexander Thomas. Oktober 2006

Die Arbeit entstand als Dissertationsprojekt am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim und wurde 2006 publiziert. Inhalt der Dissertation sind die Wirkungen kurzfristiger Austauschprogramme, insbesondere internationaler Workcamps, auf ihre Teilnehmer. Untersucht werden Veränderungen in den Selbstschemata der Befragten, die im Kontext mit der Teilnahme an den Workcamps standen. Theoretisch ordnet die Arbeit den Programmtyp „Internationale Workcamps“ in das Feld der Internationalen Jugendarbeit ein. Ausgehend von früheren Erkenntnissen der Austauschforschung gelangt die Autorin zum Ergebnis, dass es vor allem eine veränderte Sicht auf die eigene Person bzw. die eigenen Fähigkeiten sei, die von der Teilnahme an einem internationalen Workcamp verändert würden. Sie entwickelt ein theoretisches Rahmenmodell , welches auf psychologischen Konzeptionen des „Selbst“ beruht und stellt so ihre zentrale Forschungsfrage nach den veränderten Selbstschemata im Rahmen der Teilnahme an internationalen Workcamps. Der empirische Teil der Arbeit untersucht anhand von Interviews mit ehemaligen Teilnehmern von Workcamps die Selbstschemata, die durch die Teilnahme aktiviert werden. Weiterhin werden Skalen zur Erfassung dieser Selbstschemata entwickelt. In einer weiteren Studie wird die befragte Gruppe mit einer Kontrollgruppe erneut drei Monate nach der Teilnahme befragt, um die Stabilität der Effekte zu überprüfen. Celine Chang kommt schließlich zu dem Ergebnis, dass die Teilnahme an internationalen Workcamps bei den befragten Teilnehmern zur Verstärkung von Kontaktfähigkeit, Selbstwirksamkeit und einer differenzierteren Sicht auf die eigene und die Fremdkultur führt. Auch eine relative Stabilität konnte für die Veränderungen nachgewiesen werden. Erfahrungen im Rahmen internationaler Workcamps fördern daher auch die interkulturelle Kompetenz.

Vera Eickmann: Interkulturelle Pädagogik. Theorie und Praxis am Beispiel internationaler Jugendarbeit, Diplomarbeit, Fachhochschule Fulda, Fachbereich Sozialwesen, Gutachter: Prof.Dr. Andrea Hilgers, Prof.Dr. Kurt Feldmann, Juli 2007.

Internationale Migration und die sich daraus ergebende multikulturelle Gesellschaft, europäischen Einigung und Globalisierung machen interkulturelles Lernen zu einem wichtigen Erfordernis der heutigen Zeit. Die Interkulturelle Pädagogik und die Internationale Jugendarbeit bieten Möglichkeiten des Umgangs mit kulturellen Unterschieden und des gemeinsamen Lernens in einer globalisierten Welt. Ausgehend von theoretischen Betrachtungen zu Kulturbegriffen und der interkulturellen Kommunikation werden Konzepte der interkulturellen Pädagogik vorgestellt. Weiterhin wird die praktische Relevanz und Anwendung der interkulturellen Pädagogik für Fachkräfte und Adressaten der Jugendarbeit dargestellt. Am Beispiel eines Begegnungsprojektes deutscher und rumänischer Jugendlicher im Jugendladen Aschenberg wird die internationale Jugendarbeit praktisch beschrieben.

Michael Ellerbrok: Das Globale lokal erforschen- eine ethnographische Suche nach kosmopolitischer Solidarität. Diplomarbeit. Fakultät für Sozialwissenschaften. Ludwig-Maximilians-Universität München. Gutachter: Prof. Dr. Ulrich Beck, Michael Schillmeier Ph.D. März 2007.

Das Alltagsleben vieler gesellschaftlicher Gruppen basiert auf Vorstellungen vom Globalen, gleichzeitig sind lokale Phänomene aber auch immer häufiger global verfügbar. Durch die internationale Jugendarbeit wird z.B. in europäischen Begegnungszentren ein Raum der Verbindung des Lokalen und Globalen geschaffen. Die soziologische Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Theorie der transnationalen bzw. kosmopolitischen Solidarität in Europa und deren Verwirklichung im Leben der europäischen Bürger. Da sich Lokales und Globales in gegenseitiger Wechselwirkung befinden, wählt der Autor zur empirischen Erforschung des Themas Organisationen und Institutionen, die mit ihrer Arbeit die kosmopolitische Solidarität fördern. Ausgangspunkt für die Forschungsfrage bildet die Theorie des Kosmopolitismus von Ulrich Beck. Anhand der Analyse nichtfachlicher Dokumente, der teilnehmenden Beobachtung und Leitfadeninterviews versucht der Autor eine empirische Annäherung an das theoretische Konstrukt der kosmopolitischen Solidarität. Anschließend werden die theoretischen Erkenntnisse mit den empirischen Ergebnissen verknüpft.

Jessica Enders: Befriedungs- und Bildungspolitik deutscher und internationaler Hilfsorganisationen in Vukovar seit 1998. Diplomarbeit. Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg. Institut für Interkulturelle Pädagogik. Gutachter: Prof.Dr. Rolf Meinhardt, Dr. Michael Fritsche. Oktober 2007.

Vukovar in Kroatien ist eine Stadt, die größtenteils durch den Krieg im ehemaligen Jugoslawien zerstört wurde. Bis heute bietet sich ein Bild der ethnischen Trennung zwischen den dort lebenden Kroaten und Serben. Obwohl sie nicht unmittelbar den Krieg erlebt haben, sind Kinder und Jugendliche, die an diesem Ort leben in starkem Maße von der gesellschaftlichen Situation betroffen. Die Diplomarbeit hat die Beschreibung der Arbeit nationaler und internationaler Organisationen, die einen Beitrag zur Befriedung in Vukovar/Kroatien, geleistet haben, zum Ziel. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Einfluss den diese Organisationen auf die Verminderung der ethnischen Segregation in Schulen und der sozialen Rekonstruktion der Gesellschaft haben. Den Ausgangspunkt der Arbeit bilden die historische Analyse des Krieges im ehemaligen Jugoslawien und die Beschreibung der Schul- und Alltagssituation Jugendlicher in Vukovar unter besonderer Berücksichtigung der ethnischen Trennung. Auf der Grundlage von Gesprächen mit dort tätigen Organisationen und der Analyse von Texten wird deren Tätigkeit untersucht. Ein Ausblick fasst die gesammelten Informationen zusammen und wirft einen Blick auf Chancen, die sich durch Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen in dieser Stadt ergeben.

Hanna Hause: Globales Lernen in den CISV-Camps eine konstruktiv-kritische Bestandsaufnahme. Staatsexamensarbeit. Institut für Geographie. Christian-Albrechts-Universität Kiel. Gutachter: Prof. Dr. Wilfried Hoppe, Prof. Dr. Horst Sterr. April 2007.

Die Globalisierung von Wirtschaft, Politik, Umwelt und Kultur etc. führt zur internationalen Verflechtung verschiedenster Lebensbereiche, die neue Probleme entstehen lassen, mit denen Gesellschaft und Individuum umgehen lernen müssen. Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung wird das Bildungskonzept des „Globalen Lernens“ zum Inhalt der schulischen und außerschulischen Jugendbildung. In den Children’s International Summer Villages treffen sich in ihren Sommerferien 48 Kinder aus 12 verschiedenen Ländern und haben so erstmals eine Möglichkeit der internationalen Begegnung mit Gleichaltrigen. Die Autorin geht der Frage nach, inwieweit das Konzept des Globalen Lernens während der CISV verwirklicht werden und damit einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten kann. Die Arbeit gibt einen theoretischen Überblick über das Konzept des Globalen Lernens und beschreibt die Organisation CISV. Anschließend wird anhand qualitativer Interviews mit Teilnehmern der CISV Kindercamps analysiert, ob und wie die Ziele des Globalen Lernens während der Camps realisiert werden.

Tatjana Hofmann: Auslandserfahrung als Bildungselement. Studierendenaustausch zwischen Berlin und Moskau, Magisterarbeit, Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität Berlin, Gutachter: Prof. Dr./PD Dr. Stefan Beck.

Gegenstand der Arbeit ist der Austausch zwischen Studierenden der Humboldt Universität Berlin und ihrer Partneruniversität in Moskau und die jeweilige Bedeutung, die diesem Auslandsaufenthalt von Seiten der Teilnehmenden beigemessen wird. Ausgehend von einem Überblick über die Geschichte und den Forschungsstand des Studierendenaustauschs vergleicht die Autorin anhand qualitativer Interviews mit deutschen und russischen Studierenden deren Wahrnehmungen, Erfahrungen und Bedeutungszuschreibungen, die sie mit der Universität und dem Ort des Auslandsaufenthalts verknüpfen. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Wissensbildung über den Austauschort/ das Austauschland werden dargestellt und der Auslandsaufenthalt von Seiten der befragten Personen biographisch bewertet.

Georg Lipphardt: Die Übertragbarkeit von Fanarbeitskonzepten aus Deutschland auf osteuropäische Verhältnisse am Beispiel Ukraine. Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Gewalt im ukrainischen Fußball. Diplomarbeit. Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialarbeit/-pädagogik. Gutachter: Thomas Jelinski, Prof. Dr. Birgit Rommelspacher. November 2006.

Nach dem Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion finden extremistische Vereinigungen in vielen Nachfolgerstaaten erhöhten Zulauf. Auch in der ukrainischen Hooliganszene ist Rechtsextremismus weit verbreitet. Bisher gab es jedoch, bis auf gewaltsames Einlenken staatlicher Sicherheitsorgane, keinerlei Beschäftigung, z.B. sozialpädagogischer Art mit diesem Problem. Die Diplomarbeit versucht in Deutschland bewährte Fanarbeitskonzepte auf ukrainische Verhältnisse zu übertragen und so einen Beitrag zur Veränderung der derzeitigen Situation zu leisten. Hierzu wird die Geschichte des Fußballs und der Fankulturen in der Ukraine analysiert und auf die Entwicklung in der Hooliganszene eingegangen. Ein Pilotprojekt zur Etablierung eines Netzwerkes von Fanprojekten soll ausgesuchte Personen aus der Ukraine in Deutschland durch Theorievermittlung und Praktika für die soziale Fanarbeit ausbilden. Abschließend versucht der Autor die Fragen nach der Anwendbarkeit und Realisierbarkeit des Konzeptes in der ukrainischen Fanszene zu beantworten.

Birgit Mathissen: Bildungsprozesse in internationalen Jugendbegegnungen. Diplomarbeit. Institut für Erziehungswissenschaft. Universität Mainz. Oktober 2007.

Globalisierung und Migration machen das Leben des Einzelnen komplexer und vielfältiger, stellen aber gerade auch Jugendliche vor neue Herausforderungen. Internationale Jugendarbeit bietet jungen Menschen die Möglichkeit der Begegnung und des Erlernens des Umgangs mit Unterschiedlichkeit auf neutralem Raum. Das Ziel der Diplomarbeit ist es, Lern- und Bildungsprozesse, die durch internationale Begegnungen angeregt werden, aufzuzeigen. Weiterhin beschreibt die Autorin Möglichkeiten und Chancen, aber auch Schwierigkeiten der internationalen Jugendarbeit. Theoretische Begriffe zu Kultur und interkulturellem Lernen bilden die Grundlage, auf der die Arbeit Strukturen, Konzeptionen und Ansätze internationaler Jugendarbeit beschreibt. Durch Befragungen mit ehemaligen Teilnehmern internationaler Jugendbegegnungen sollen deren subjektive Wahrnehmung der Erlebnisse während einer Begegnung analysiert werden und daraus Rückschlüsse auf Lernerfolge gezogen werden. Hieraus entwickelt die Autorin Empfehlungen an Theorie und Praxis internationaler Begegnungsmaßnahmen.

Lilian Iris Meder: Teilnahme an internationalen Workcamps: Besitzt sie eine Bedeutung für die Entwicklung sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung? Qualitative Interviews mit jungen Erwachsenen. Diplomarbeit. Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Institut für Psychologie. Gutachter: Dr. Hans-Wolfgang Linster, Juni 2006.

Neben gesellschaftlichen und politischen Veränderungen sind es Lockerungen der familiären Bindungen, die Jugendliche vor neue Anforderungen stellen. Auch die interkulturelle Kommunikation wird aufgrund wachsender Internationalisierung und Globalisierung zu einer wichtigen Kompetenz. Mittlerweile bieten verschiedenste Programme, z.B. Freiwilligendienste wie der Zivildienst oder das Freiwillige Jahr in Deutschland, für junge Menschen eine Chance, mit diesen Anforderungen umgehen zu lernen und sich in fremden und vielfältigen Bereichen zu orientieren. Internationale Workcamps sind kurzfristige freiwillige Dienste, durchgeführt von verschiedenen Organisationen mit unterschiedlichen Hintergründen und Inhalten. Allen gemeinsam ist jedoch das Ziel, den Kontakt über Landesgrenzen hinweg herzustellen und interkulturelle Gemeinsamkeiten oder Unterschiede erfahrbar zu machen. Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen problemzentrierte Interviews, die der Frage nachgehen, ob die Teilnahme an internationalen Workcamps aus subjektiver Sicht der Teilnehmenden einen Einfluss auf die Entwicklung gesellschaftlicher und sozialer Verantwortung besitzt. Die Autorin geht weiterhin auf die praktische Umsetzung, die sich aus der Veränderung gesellschaftlicher Verantwortung ergibt ein, und diskutiert diese Ergebnisse im abschließenden Teil.

Beate Meyer: Das Auftreten psychosozialer Krisen bei Jugendlichen während einer Ferienfreizeit. Forderungen an gemeinnützige Veranstalter. Diplomarbeit. Georg-Simon-Ohm Fachhochschule Nürnberg, Fachbereich Sozialwesen, Gutachter: Prof. Dr. V. Schulz, Juli 2005.

Die Arbeit beschäftigt sich mit psychosozialen Krisen von Jugendlichen während einer Jugendreise. Diese sind als Notfälle zu werten und stellen für alle Beteiligten eine hohe Belastung dar. Es wird der Frage nachgegangen, inwieweit die gemeinnützigen Veranstalter und ihre ehrenamtlichen Betreuer auf diese Vorfälle vorbereitet sind. Auf der Grundlage aktueller Fachliteratur werden zuerst nötige Hintergrundinformationen gegeben, um daran anschließend drei Beispiele psychosozialer Krisen von Teilnehmern einer Ferienreise anzuführen. Anhand einer qualitativen Betreuerbefragung erfolgt eine detaillierte Untersuchung dieser Fallbeispiele. Das Ergebnis verdeutlicht, dass die Veranstalter und ihre Betreuer nicht ausreichend auf potentielle Krisen von Teilnehmern vorbereitet sind. Zur Stärkung der Qualität des gemeinnützigen Jugendtourismus müssen die Veranstalter sich mit psychosozialen Krisen bei Jugendlichen auseinandersetzen, um angemessen auf diese reagieren zu können. Es wird daher eine ausreichende Vorbereitung der Veranstalter auf potentielle Notfälle und eine gezielte Betreuung der Reisegruppen gefordert.

Margret Rudolph: Konzeption für Begleitetes Wohnen und Aufsuchende Sozialarbeit für Obdachlose und von Obdachlosigkeit Bedrohte in Sibiu/Rumänien. Diplomarbeit. Fachbereich Sozialwesen. Fachhochschule Zittau/Görlitz. Gutachterinnen: Prof. Dr. Annette Drews, Prof. Dr. phil. Jutta Blin. Juni 2007.

Rumänien ist eines der Länder in der Europäischen Union, deren soziale und wirtschaftliche Lage von großen Problemen gekennzeichnet ist. Nach wie vor sind deshalb regelmäßige Hilfsmaßnahmen seitens der westeuropäischen Länder notwendig, die sich aber oftmals nur auf oberflächliche Symptome beschränken und die Möglichkeiten der Eigenhilfe nur unzureichend berücksichtigen. Ein Projekt einer langfristigen Intervention in einer evangelischen Kirchengemeinde in Sibiu stellt die Diplomarbeit vor. Sie liefert ein theoretisches Konzept für die Kirchengemeinde, dem Hilfebedarf obdachloser Frauen und Familien zu begegnen. Die Autorin geht auf die soziale Situation in Rumänien ein, sowie anhand von Fallbeispielen der Lebenssituation der von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen. Anschließend werden mit dem begleiteten Wohnen und der aufsuchenden Hilfe Interventionsformen für die beschriebene Obdachlosigkeit vorgestellt und schließlich theoretische Konzepte mit praktischen Beispielen verknüpft.

Olivia Neeff: „Kinder sind Urquelle der Freude“- Auswirkungen internationaler Freiwilligendienste auf die Biografie ehemaliger Volontäre. Diplomarbeit. Fachbereich Soziale Arbeit. Evangelische Fachhochschule Freiburg. Gutachter: Prof. Dr. Bernd Seibel, Prof. Dr. Wilhelm Schwendemann. Mai 2007.

Ein Freiwilligendienst in sozialen oder ökologischen Einrichtungen im Ausland wird bei Jugendlichen als Überbrückungs- oder Orientierungsmöglichkeit nach dem Schulabschluss immer beliebter. Inhalt der Diplomarbeit sind die Erlebnisse und Auswirkungen internationaler Freiwilligendienste auf das private und berufliche Leben ehemaliger Freiwilliger. Anhand qualitativer Interviews werden diese Fragen beantwortet. Weiterhin werden Konzepte der Ehemaligentreffen und Programme zur psychosozialen Begleitung Freiwilliger vorgestellt. Da sich ehemalige Volontäre oftmals auch nach ihrem Auslandsaufenthalt noch in der internationalen Jugendarbeit engagieren, zeigt die Autorin in einem weiteren Kapitel Chancen und Bereiche dieses Engagements auf. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Einrichtungen der Pädagogik von Don Bosco, in welcher auch die Autorin ihren Freiwilligendienst absolvierte.

Hanna Neuhaus: ASA-Intern. Konzeption, Umsetzung und Einsatz einer Kommunikationsplattform für eine bestehende face-to-face Gemeinschaft am Beispiel des ASA-Programms. Diplomarbeit. Fachbereich Informatik. Universität Bremen. Gutachterinnen: Prof. Dr. Heidi Schelhowe, Prof. Dr. Susanne Maaß. August 2006.

ASA ist eine Organisation, die die Möglichkeit zu Studien- und Arbeitsaufenthalten in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa in Form von Stipendien fördert. Vor, während und nach ihren Auslandsaufenthalten sind der gegenseitige Austausch und die Vernetzung zwischen den Stipendiaten sehr wichtig. Hierbei bietet sich das Internet als modernes Medium an. Im Zentrum der Arbeit aus dem Fachgebiet Informatik steht die Konzeption und Umsetzung einer Kommunikationsplattform für die Mitglieder der ASA-Gemeinschaft. Beginnend mit den theoretischen Grundlagen von Gemeinschaften und deren Strukturen wird der Ansatz des Blended Learning auf die Plattform und die Bildungsarbeit des ASA-Programms angewandt. Ziel ist es einen virtuellen Raum für die bereits bestehende Gemeinschaft der Stipendiaten zu schaffen. Die Ergebnisse können als Empfehlungen für die Weiterentwicklung virtueller Räume verwendet werden.

Ines Paland: Prinzipien und Probleme deutsch-mexikanischer Kommunikation am Beispiel eines Praktikumsprogrammes. Bereiche ‚kritischer Interaktionssituationen’, deren Verarbeitung und Wirkung. Magisterarbeit. Ludwig-Maximilians-Universität München. Fakultät für Germanistik. Gutachter: Prof. Dr. Jörg Roche, Prof. Dr. PD Willie van Peer. Juni 2007.

Im Zentrum der sprachwissenschaftlichen Arbeit steht die Interaktion zwischen deutschen und mexikanischen Teilnehmern eines Praktikumsprogramms mit Aufenthalt in Gastfamilien in Mexiko. Auf der Basis von Leitfaden Interviews wurden ‚kritische Interaktionssituationen’ aus der Teilnehmerperspektive beschrieben und hinsichtlich Verarbeitung und Wirkung für die weitere Interaktion untersucht. Die Grundlage der Untersuchung bilden Theorien über Kultur und deren Differenzen und der Umgang hiermit. Die Autorin zeigt auf, dass auch Probleme in der interkulturellen Kommunikation Reflexions- und Lernprozesse auslösen können, welche ein gegenseitiges Verständnis fördern. Aktuelle Entwicklungen aus der Austauschforschung werden aufgegriffen und die Lernprozesse bei den deutschen und mexikanischen Teilnehmern analysiert. Beispiele der deutsch-mexikanischen Kommunikation werden exemplarisch dargestellt und Empfehlungen für internationale Kurzzeitaustauschprogramme formuliert.

Melanie Pontiero: Anforderungen an die Antirassistische Pädagogik vor dem Hintergrund der Integrationssituation in Deutschland. Diplomarbeit, Fachbereich Sozialwesen, Fachhochschule Koblenz, Gutachter: Prof. Dr.Friesenhahn, Prof.Dr. Kniephoff-Knebel, Juli 2007.

Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Einwanderungsland, das sich im öffentlichen Diskurs erst seit kurzer Zeit als solches versteht. Dies hat zur Folge, dass die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in vielen Fällen in nicht ausreichender Form statt findet. Im Mittelpunkt der Arbeit steht der sozialpädagogische Umgang mit der kulturellen Vielfalt in der Gesellschaft, um soziale Benachteiligungen, sowie Diskriminierung und Rassismus abzubauen. Ausgehend von der Darstellung der Geschichte der Migration in Deutschland, werden verschiedene Integrationsmodelle vorgestellt und der Begriff Integration kritisch diskutiert. Die Hindernisse, die einer gelungenen Integration von MigrantInnen im Wege stehen werden vorgestellt und verschiedene Strömungen der Pädagogik, auf ihren Beitrag zur Integration von Migranten hin überprüft. Die Autorin stellt die Antirassistische Pädagogik als Chance für Einwanderer in Deutschland vor, da diese nicht einseitig auf kulturelle Unterschiede fokussiert und ihnen die Möglichkeit gibt, gleichberechtigte Mitglieder einer Gesellschaft zu werden.

Mira-Kristin Rolke: Missverständnisse im interkulturellen Diskurs. Eine Untersuchung des AFS Schüleraustauschprogramms, Magisterarbeit, 2007, Universität Hamburg, Gutachter:

AFS ist eine Jugendaustauschorganisation, deren Ziel es ist, durch einen meist einjährigen Schüleraustausch zur Verständigung zwischen Nationen durch die Entsendung von jährlich mehr als 11.000 Jugendlichen aus ca. 60 Ländern beizutragen. Um das erfolgreiche Gelingen dieser Austauschprogramme zu gewährleisten, werden von der Organisation Vorbereitungsseminare zur interkulturellen Kommunikation durchgeführt. Diese Seminare behandeln jedoch die Missverständnisse, welche im interkulturellen Diskurs, bspw. mit Gasteltern oder anderen Personen im Gastland durch die unterschiedlichen kommunikativen Präferenzen verschiedener kulturellen Hintergründen entstehen können, in nicht ausreichendem Maße. Die Autorin greift in ihrer sprachwissenschaftlichen Magisterarbeit dieses Defizit auf und stellt die Relevanz eines umfassenden Kulturverständnisses für die Entwicklung sprachlicher Kompetenz im Rahmen von Austauschprogrammen heraus. Ergebnis der Arbeit ist der Entwurf eines sprachlich ausgerichteten Moduls als Ergänzung für das bestehende Vorbereitungsprogramm des AFS Schüleraustausches USA. Die wissenschaftlich gewonnenen Erkenntnisse sollen so für Laien zugänglich gemacht und in Seminaren direkt für den praktischen Gebrauch verwendet werden.

Kerstin Seewald: Anforderungen an die Interkulturelle Bildungsarbeit im Hinblick auf die Auswirkungen der veränderten gesellschaftlichen Bedingungen im Zeitalter der Globalisierung. Diplomarbeit. Universität Lüneburg. Institut für Erziehungswissenschaft. Gutachter: Prof.Dr. Karl-Heinz Ignatz Kerscher, Prof.Dr. Matthias von Saldern. März 2007.

Globalisierung ist ein Phänomen, das nicht nur alle Teile der Welt beeinflusst, sondern auch innerhalb einer Nation Einfluss auf alle Gesellschaftsbereiche, so z.B. durch Migration etc., hat. Vor dem Hintergrund der Forderung zivilgesellschaftlichen Engagements des Einzelnen stellt sich die Frage nach den Anforderungen an die Pädagogik, die von den veränderten gesellschaftlichen Vorzeichen betroffen ist. Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang der Interkulturellen Bildung zu, die sich mit dem Zusammentreffen unterschiedlichster Kulturen beschäftigt. Die Zielsetzung der Arbeit ist es, Anforderungen an die interkulturelle Bildungsarbeit im Hinblick auf die Auswirkungen der veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Zeitalter der Globalisierung zu formulieren. Hierzu geht die Autorin auf soziologische Theorien der Globalisierung und die daraus resultierenden veränderten Machtverhältnisse in der Gesellschaft ein. Auf der Basis der Theorie werden die Anforderungen, welchen sich die Pädagogik im globalisierten Zeitalter stellen muss, formuliert und die Interkulturelle Bildungsarbeit als eine Möglichkeit der Umsetzung dieser Ziele dargestellt. Globales Lernen, als pädagogisches Konzept, das eine Forderung nach globaler Gerechtigkeit beinhaltet, wird als notwendige Ergänzung der Interkulturellen Bildung genannt und einer eingehenden Betrachtung unterzogen.

Dorothea Schmidt: Die Bedeutung kultureller Identität im Hinblick auf eine integrative identitätsfördernde Jugendarbeit am Beispiel russlanddeutscher Jugendlicher in Deutschland. Diplomarbeit. Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Fakultät für Pädagogik. Gutachter: Prof.Dr. Claus Mühlfeld, Esther Vornholt. Oktober 2007.

Russlanddeutsche oder Spätaussiedler bilden eine ca. 2,3 Millionen Mitglieder zählende Gruppe, die erst vor relativ kurzer Zeit nach Deutschland immigrierte. Gerade für Jugendliche stellt sich die Integration unter veränderten kulturellen Bedingungen im Aufnahmeland Deutschland nicht immer als einfach heraus. Am Beispiel russlanddeutscher Jugendlicher in Deutschland werden Hintergründe, Voraussetzungen, Bedeutung und Notwendigkeit gelingender Integration verdeutlicht und Anregungen für eine verstärkte Beachtung der kulturellen Identität in der integrativen Jugendarbeit gegeben. Die Arbeit behandelt sowohl die Geschichte, die maßgebend die kulturelle Identität der Russlanddeutschen beeinflusst, als auch die Integration russlanddeutscher Jugendlichen in der bundesdeutschen Gesellschaft. Die Stärkung und Förderung der Identität der Jugendlichen durch die Jugend- und Bildungsarbeit wird als maßgeblich für eine gelungene Integration dargestellt.

Caroline Schmiedl: Intergenerationelles Lernen im Rahmen des lebenslangen Lernens- am Beispiel des Internationalen Freiwilligendienstes für unterschiedliche Lebensphasen (IFL-Programm). Diplomarbeit. Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie. Freie Universität Berlin. Gutachter: Dr. Birgit Althans, Prof. Dr. Joachim Knoll.

Der Internationale Freiwilligendienst für unterschiedliche Lebensphasen (IFL-Programm) ist ein Modellprojekt des BMFSFJ, welcher Menschen in mittleren und höheren Erwachsenenalter die Möglichkeit eines Auslandaufenthalts in sozialen und ökologischen Projekten bietet. Im Zentrum der Arbeit steht die pädagogische Begleitung von Freiwilligen der mittleren und älteren Lebensphasen im Rahmen des IFL-Programms hinsichtlich der Begegnung der verschiedenen Generationen. Untersucht wird die Fragestellung anhand der Erfahrungen der Teilnehmer an Vor- und Nachbereitungsseminaren in Deutschland. Aufbauend auf der Theorie des lebenslangen Lernens wird die Theorie des Lernens in verschiedenen Lebensphasen bei Erwachsenen dargestellt. Weiterhin geht die Arbeit auf das intergenerationelle Lernen ein und gibt in Anlehnung an die empirischen Daten aus Interviews mit Teilnehmern der Seminare Empfehlungen für die Praxis des IFL-Programms.

Henrike Alexandra Schneider/ Katharina Weitekamp: Die Bedeutung von Auslandsaufenthalten: nationale Identität im interkulturellen Kontext. Diplomarbeit, Institut für Psychologie, TU Carolo-Wilhelmina Braunschweig, Gutachter: Prof.Dr. Werner Deutsch, Prof.Dr. Dieter Lüttge, August 2008.

Unter anderem durch die Austragung der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland wurden die Themen ‚nationale Identität’, Nationalismus’ und ‚Patriotismus’ neu diskutiert. Bisher ist wissenschaftlich noch nicht erwiesen, ob es sich bei ‚nationaler Identität’ um ein festes Einstellungsmaß oder ein veränderbares Konstrukt handelt. Den Ausgangspunkt dieser Diplomarbeit stellt die Darstellung von sozialpsychologischen Theorien der sozialen Identität und der historischen Entwicklung der nationalen Identität der Deutschen dar. Im Mittelpunkt dieser Untersuchung steht die Frage, ob und wie sich die die nationale Identität deutscher Austauschschüler durch einen längeren Auslandsaufenthalt verändert. Hierzu werden mehr als 200 Jugendliche auf Veränderungen ihrer nationalen Identität hin zu verschiedenen Zeitpunkten befragt. Der veränderte Blick auf das Heimatland und ein Ansteigen der Werten, mit denen nationale Identität gemessen wird, ist als Ergebnis der Untersuchung zu formulieren. Abschließend werden die Ergebnisse der Untersuchung diskutiert, in den aktuellen Forschungsstand integriert und zukünftige Forschungsfragen abgeleitet.

Jan Helge Schneider: Selbstorganisation als pädagogisches Prinzip bei den ijgd e.V.-Chancen und Grenzen. Diplomarbeit. Fachbereich Sozialarbeit. Universität Siegen. Gutachterinnen: Dagmar Schulte, Dr. Cornelia Frey- Wegerich.

Die IJGD ist eine gemeinnützige Organisation in Deutschland, die für Jugendliche internationale kurz- und langfristige Freiwilligendienste veranstaltet. Eine wichtige Methode der Seminare sind die gleichberechtigte Verteilung von Pflichten, aber auch die Möglichkeit zur Entfaltung der Einzelnen, ohne oder nur mit geringen Vorgaben durch die Leitung der der Maßnahmen. Inhalt der Diplomarbeit ist die Selbstorganisation innerhalb der Gruppe der Teilnehmer an den Workcamps und Ausbildungsseminaren der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd e.V.). Die Autorin beschreibt das Konzept, die Ziele und Umsetzung der Selbstorganisation bei den IJGD und bezieht in die Analyse systemtheoretische Konzepte nach Luhmann und Probst ein. Im empirischen Teil der Arbeit werden qualitative Interviews mit Mitarbeitern der IJGD in Bezug zur Theorie der Selbstorganisation gesetzt und ausgewertet. Beantwortet werden außerdem Fragen nach Voraussetzungen und Hindernissen auf dem Weg zur Verwirklichung der Selbstorganisation.

Andreas Schulze: Sozialpädagogische Qualifizierung von Fachkräften für Projekte der Kinder- und Jugendarbeit im Kontext von Entwicklungszusammenarbeit, Diplomarbeit, Erziehungswissenschaftliche Fakultät, Universität Erfurt, Gutachter: Prof.Dr.Manfred Eckert, Dr. Siegfriede Huck.

Im Zentrum der Arbeit steht die Frage nach potentiellen Zielgruppen und Methoden für Qualifizierungsmaßnahmen (sozial)pädagogischer Fachkräfte in der Kinder- und Jugendarbeit, speziell in den Entwicklungsländern im südlichen Afrika. Ausgehend von einer breiten Darstellung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit klärt die Arbeit, inwieweit die EZ bisher die Kinder- und Jugendförderung in ihren Projekten berücksichtigte und wie Defizite zu verbessern sind. Die Arbeit stellt Inhalte, Methoden und Konzepte der Jugendförderung im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung und der Hilfe zur Selbsthilfe dar. Im Zusammenhang damit soll ein sozialpädagogisches Anforderungsprofil für einheimische Fachkräfte der Jugendarbeit erstellt und eine Didaktik zu deren Qualifizierung formuliert werden. Die Idee für diese sozialpädagogische Diplomarbeit entstand während eines mehrmonatigen Aufenthalts des Autors und der Mitwirkung an einem Projekt der Entwicklungszusammenarbeit der ASA in Uganda.

Lars Weißbach: Rock ’n’ Roll vs. Soziale Arbeit? Aspekte Interkultureller Jugendarbeit dargestellt am osteuropäischen Kulturaustausch der Band Die Herren Polaris mit Polen und Tschechien. Diplomarbeit. Katholische Stiftungsfachhochschule München. Abteilung Benediktbeuren. Fachbereich Sozialpädagogik. Gutachter: Prof. Dr. Franz Ebbers, Prof. Dr. Hans Tremmel. Oktober 2005.

Im Zentrum der Arbeit steht der internationale bzw. interkulturelle Austausch in Europa, insbesondere zwischen Jugendlichen Deutschen und jungen Menschen aus Osteuropa. Ausgehend von theoretischen Konzepten der Interkulturellen Jugendarbeit wird diese in das Themenfeld der Internationalen Jugendarbeit eingeordnet. Das Interkulturelle Lernen bildet einen Schwerpunkt hierbei. Weiterhin werden rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen des internationalen Austauschs Deutschlands mit Polen und Tschechien erläutert. Als künstlerisches Medium der Interkulturellen Jugendarbeit stellt die Diplomarbeit die populäre Musik vor. Der Zusammenhang jugendlicher Lebenswelten und Musik bewirkt den hohen Stellenwert von Musik im Leben von Jugendlicher. Der empirische Teil der Arbeit stellt exemplarisch ein Projekt der Interkulturellen Jugendarbeit in Europa dar. Hierbei handelt es sich um die Konzert- und Workshoptour der Rockband „Die Herren Polaris“, bei der auch der Autor Lars Weißbach als Keyboarder mitwirkte, durch Polen und die Tschechische Republik. Durchgeführt wurde dieses Projekt mit der Unterstützung des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) in Stuttgart. Durch die Evaluation der Konzerttour werden neue Perspektiven für die Entwicklung der Internationalen Jugendarbeit aufgezeigt.

Dunja Valeska Weißenborn: Wegen der Ehre. Das Thema Eheverbrechen im Theater. Diplomarbeit. Fachbereich Sozialwesen. Fachhochschule Koblenz. Gutachter: Prof. Dr. Daniela Braun, Prof. Dr. Günter Friesenhahn. Januar 2007.

In den letzten Jahren hörte man verstärkt von so genannten Ehrenmorden, die teilweise zur Verteidigung von Traditionen dienen sollen. Ziel der Arbeit ist es, am praktischen Beispiel des Theaterprojekts „Namus- Wegen der Ehre“ zu untersuchen, ob, wie und innerhalb welcher Grenzen das Phänomen der Ehrverbrechen in Deutschland mittels des künstlerischen Mediums Theater thematisiert und bearbeitet werden kann. Es geht dabei vor allem darum, inwieweit durch die Thematisierung im Theater, individuelle und gesellschaftliche Prozesse mitgestaltet werden können. Hierzu geht die Autorin auf Definitionen, Erklärungsansätze und Handlungsmöglichkeiten gegen Ehrverbrechen ein und beschreibt Möglichkeiten und Methoden der Thematisierung durch das Theater. Abschließend wird das genannte Theaterprojekt evaluiert und die Ergebnisse zusammengefasst. So bietet die Bühne einen Ort der Begegnung und des Dialogs zwischen Deutschen und Migranten und sensibilisiert für das Thema Ehrverbrechen.

Arbeiten aus 2009 (veröffentlicht unter www.ijab.de)

Judith Dubiski: Institutionelle Diskriminierung in der Internationalen Jugendarbeit? 05-02_dubiski_-_abstracts | PDF

Aida Demirovic: Politisch (ein-)gebildet in der Internationalen Jugendarbeit? Chancen und Grenzen der politischen Bildung mit sozial benachteiligten Jugendlichen in der Internationalen Jugendarbeit 05-03_demirovic_-_abstracts | PDF

Marina Schulz: Länderabende – Eine sinnvolle Praxis zur Thematisierung von Kultur und Nationalität? Eine exemplarische Analyse 05-04_schulz_-_abstracts | PDF